Die Stellung

Jährlich werden in Österreich rund 40.000 junge Männer im Rahmen der Stellung untersucht. Hier gibt's Infos zur Stellung, oft auch "Musterung" genannt.

Warum zur Stellung?

Grundsätzlich ist jeder männliche österreichische Staatsbürger ab dem 17. Geburtstag stellungspflichtig. Die Pflicht zur Stellung (oft auch „Musterung“ genannt) ergibt sich aus dem Wehrgesetz (§18 Abs.1 und 1a WG 2001).

Wozu zur Stellung?

Der Zweck der Stellung ist es, Ihre geistigen und körperlichen Stärken und Schwächen zu erkennen. Die Stellung soll feststellen, ob Sie Ihren Wehrdienst in einer Ihren Fähigkeiten entsprechenden Funktion ableisten können. Dazu werden Sie zwei Tage lang medizinisch, leistungsphysiologisch und psychologisch durchgecheckt.

Das Stellungsverfahren endet mit einem konkreten Beschluss der Stellungskommission (Bescheid). Es gibt drei Möglichkeiten:

  • "tauglich": Sie sind für den Dienst im Österreichischen Bundesheer geeignet. Auf allfällige festgestellte Gesundheitseinschränkungen wird während der Wehrdienstleistung entsprechend Rücksicht genommen.
  • "untauglich" (Wertungsziffer 0): Sie verfügen nicht über die für den Wehrdienst notwendige Eignung und müssen daher weder den Grundwehrdienst noch den Zivildienst ableisten.
  • "vorübergehend untauglich" (Wertungsziffer 1): Auf Grund einer medizinischen (z. B. Ausheilung nach einer schweren Operation) oder psychologischen Problematik wird Ihnen eine bestimmte Beobachtungsfrist gesetzt. Nach dieser Frist erhalten Sie eine weitere Aufforderung zur neuerlichen Stellung.

Tipp:
Ab Wertungsziffer 7 besteht die Möglichkeit an der Militärpilotenauswahl teilzunehmen.

"Tauglich": Sie rücken zum sechsmonatigen Grundwehrdienst ein "Tauglich": Sie rücken zum sechsmonatigen Grundwehrdienst ein

Wann und wo muss ich zur Stellung?

Hier lesen sie, ob, wann und wo Sie zur Stellung müssen: Stellungskundmachungen

Diese liegen z. B. bei auch bei Schulbehörden, Polizeidienststellen, Bezirkshauptmannschaften, Gemeinden auf.

Ihr konkreter Stellungstermin wird Ihnen persönlich mittels einer Ladung bekannt gegeben.
In dieser Ladung zur Stellung ist der Zeitpunkt des Beginnes, die Dauer und der Ort der Stellung angeführt.
Gleichzeitig liegen dieser Ladung eine "Fahrtberechtigung" und ein "medizinsicher Fragebogen" bei, welcher zur Stellung ("Musterung") ausgefüllt mitzunehmen ist.

Achtung, für alle Maturanten und Lehrlinge:
Sollte sich der Stellungstermin mit dem Termin für die Zentralmatura überschneiden, dann ist das kein Problem! Ein Anruf bei der zuständigen Ergänzungsabteilung genügt und der Stellungstermin wird verschoben. Dasselbe gilt übrigens auch für Lehrabschlussprüfungen.
Die Kontaktdaten finden Sie hier: Ergänzungsabteilung

Wie sieht's mit den Kosten bei der Stellung aus?

Die Fahrtkosten (für Hin- und Rückfahrt zwischen Ihrem Hauptwohnsitz und dem Stellungsgebäude) bekommen Sie selbstverständlich auf Ihr Konto überwiesen.
Hinweis: Bitte beachten Sie die Hinweise auf Ihrer Ladung zur Stellung und auf der beigelegten "Fahrtberechtigung".

Ihre Unterkunft und Verpflegung stellt Ihnen das Bundesheer für die Dauer der Stellung kostenlos zur Verfügung.

Wenn Sie während der Stellung lieber daheim übernachten wollen, so ist das kein Problem.

Was muss ich zur Stellung mitnehmen?

... zum Nachweis Ihrer Identität:

  • Amtlicher österreichischer Lichtbildausweis (Reisepass, Personalausweis oder Führerschein)
  • Staatsbürgerschaftsnachweis und Geburtsurkunde (erübrigt sich, wenn Sie einen gültigen Reisepass mitnehmen)
  • Meldebestätigung/Meldezettel (aktuell)

... zur Beurteilung Ihres Gesundheitszustandes:

  • ausgefüllter "Medizinischer Fragebogen"
  • ärztliche Befunde, auch Röntgenbilder
  • Impfpass, Allergiepass/-ausweis
  • gegebenenfalls Brille bzw. Kontaktlinsen (Kontaktlinsenpass)

... zum Nachweis besonderer Fähigkeiten und Kenntnisse:

  • Führerschein
  • sonstige Berechtigungsnachweise (z. B. Amateurfunker, Segelflieger, Bergführer usw.)
  • Abschlusszeugnisse (Maturazeugnis, Lehrabschlusszeugnis, Segelflieger, Bergführer usw.)

…wenn Sie zum Zeitpunkt der Stellung in Ausbildung stehen oder diese bereits abgeschlossen haben:

  • Abschlusszeugnisse wie Maturazeugnis, Lehrabschlusszeugnis, Gesellenbrief, Meisterbrief oder
  • Lehrvertrag,
  • Schulbesuchsbestätigung,
  • Studien- bzw. Fortsetzungsbestätigung (Inskriptionsbestätigung) usw.

…zum Ersatz der Fahrtkosten

  • Name der Bank, BIC, IBAN (siehe Bankomatkarte oder bei der Bank erfragen)
  • Empfehlung:
    Bei der Stellung ("Musterung" ) erhalten Sie Untersuchungsbekleidung (Leibchen, kurze Hose und Pantoffel). Diese gehen in Ihr Eigentum über. Bringen Sie dafür eine Tasche mit.
    Da die Stellung zwei Tage lang dauert empfehlen wir Ihnen auch Wasch- und Rasiersachen, ein Handtuch und einen Pyjama mitzunehmen.

Kann ich mich freiwillig zu einer vorzeitigen Stellung melden?

Ja, natürlich!
Wenn Sie den Grundwehrdienst vorzeitig leisten wollen, dem stellungspflichtigen Jahrgang (= Jahr der Vollendung des 18. Lebensjahres) noch nicht angehören und das 17. Lebensjahr vollendet haben oder Ihren Wohnsitz im Ausland haben, besteht die Möglichkeit, eine freiwillige Meldung zur Stellung abzugeben.

Für allfällige Fragen steht Ihnen die für Ihren Hauptwohnsitz zuständige Ergänzungsabteilung gerne mit Rat und Tat zur Verfügung.

Ich möchte nach der Stellung möglichst rasch einrücken

Sie haben die Möglichkeit Ihre Wünsche hinsichtlich Waffengattung, des Einrückungstermines, des Einberufungsortes (Garnison) unmittelbar bei der Stellung oder nach Abschluss der Stellung unverzüglich und schriftlich bei der Ergänzungsabteilung Ihres Bundeslandes abzugeben.

Damit können wir Ihrem Wunsch nach rascher Einberufung ("Einrücken") eher entsprechen, wenn Sie gleich bei der Stellung eine so genannte "Zustimmung zur Verkürzung der Fristen" abgeben:

Ich möchte gerne zu ...

Sie haben entsprechend Ihren Fähigkeiten besondere Wünsche zum Einberufungstermin, Einrückungsort oder zu einer bestimmten Waffengattung?

Zum Beispiel
Jäger,
Panzer,
Flieger,
ABC - Abwehr

Tipp: Informieren Sie uns rechtzeitig!
Geben Sie Ihren Wunsch möglichst frühzeitig, entweder gleich bei der Stellung oder danach schriftlich bei der Ergänzungsabteilung Ihres Bundeslandes bekannt.

Nach Möglichkeit versuchen wir Ihren Wünschen gerecht zu werden.
Doch da jede Truppe nur zu genau festgelegten Terminen Grundwehrdiener zugeteilt bekommt, können Sie nicht zu einem beliebigen Termin in einer beliebigen Kaserne einberufen werden.

Tipp:
Erkundigen Sie sich, welche Truppe in welcher der Ihnen bekannten oder in Ihrem Wohnsitz nächstgelegenen Kaserne stationiert ist. (Standorte)

Werde ich über meine Stellungspflicht informiert?

Ja. Die Stellungstermine werden mittels allgemeiner Stellungskundmachung bekannt gegeben; diese liegen z. B. bei Schulbehörden, Polizeidienststellen, Bezirkshauptmannschaften, Gemeinden auf.
Die Stellungskundmachung dient zur allgemeinen Information über die Stellungspflicht.

Der konkrete Stellungstermin wird Ihnen persönlich mittels einer Ladung bekannt gegeben.
In dieser Ladung zur Stellung ist der Zeitpunkt des Beginnes, die Dauer und der Ort der Stellung angeführt. Gleichzeitig liegt dieser Ladung eine „Fahrtberechtigung“ und ein „medizinischen Fragebogen“ bei. Bitte nehmen Sie diese Unterlagen ausgefüllt zur Stellung mit.

Muss ich der Ladung zur Stellung nachkommen?

Ja. Sie haben der Ladung zur Stellung Folge zu leisten.

Ausnahme:
Sie haben ein amtsärztliches Zeugnis über eine dauernde schwere körperliche oder geistige Behinderung. In einem solchen Fall setzen Sie sich bitte rasch mit derErgänzungsabteilung Ihres Bundeslandes in Verbindung.

Was passiert, wenn ich der Aufforderung zur Stellung nicht nachkomme?

Dann begehen Sie eine Verwaltungsübertretung und können mit einer Geldstrafe bis zu € 7.000 bestraft bzw. strafrechtlich belangt werden.
Außerdem können Sie zur Stellung auch zwangsweise vorgeführt werden.

Wichtig bei Verhinderung:
Sollten Sie nicht zu Ihrer "Musterung" kommen können, so informieren Sie sofort die Ergänzungsabteilung Ihres Bundeslandes.
Sie haben auch den Nachweis für Ihre Verhinderung (z.B. ärztliches Zeugnis) zu erbringen.

Kann ich einen bereits fixierten Stellungstermin verschieben?

Aus schwerwiegenden persönlichen Gründen, wie etwa der Wunsch nach einer ehest möglichen Einberufung zum Grundwehrdienst, unaufschiebbare Termine (z. B. Schularbeit, Ladung zu Gericht) oder Krankheit, kann ein Stellungstermin verschoben werden.
Sie haben in diesem Fall auch den Nachweis für Ihre Verhinderung (z. B. Schulbestätigung, Ladung, ärztliches Zeugnis) zu erbringen.

Bitte setzen Sie sich im Anlassfall sofort mit der in Ihrer Ladung angeführten Ergänzungsabteilung in Verbindung.

Hinweis:
Sollte Ihre Zentralmatura oder Lehrabschlussprügung mit Ihrem Stellungstermin kollidieren, so setzen Sie sich rasch mit der Ergänzungsabteilung Ihres Bundeslandes in Verbindung.

Wer ist von der Stellungspflicht befreit?

Priester, Absolventen theologischer Studien im Seelsorgedienst oder einem geistlichen Lehramt, Ordensleute und Theologiestudenten, die sich auf ein geistliches Amt vorbereiten sind von der Stellungspflicht befreit. Sie müssen einer gesetzlich anerkannten Kirche oder Religionsgemeinschaft angehören.

Für Frauen gibt es keine Stellungspflicht. Sie können sich jedoch freiwillig melden.

Ich lebe nicht in Österreich. Muss ich zur Stellung?

Wehrpflichtige (stellungspflichtige) Österreicher, die ständig im Ausland leben, müssen sich bei den österreichischen Vertretungsbehörden (Botschaft, Konsulat) melden. Eine Stellung oder amtsärztliche Untersuchung wird im Ausland grundsätzlich nicht durchgeführt.

Tipp für die Rückkehr nach Österreich:
Übersiedeln Sie nach Österreich, müssen Sie sich innerhalb von drei Wochen bei der Ergänzungsabteilung Ihres Bundeslandes melden.

Erfolgt die Stellung ("Musterung") in jedem Bundesland?

Nein. Nicht in jedem Bundesland gibt es eine eigene Stellungsstraße, in der Ihr Gesundheitscheck gemacht wird. Vorarlberg, Salzburg und Burgenland besitzen keine.
Hier finden sie Infos wann und wo Stellungsuntersuchungen gemacht werden:

Ich bin strenggläubiger Angehöriger der "Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich"

Das Bundesheer nimmt religiöse Bedürfnisse ernst

Damit das Bundesheer auf Ihre besonderen religiösen Bedürfnisse (Versorgung mit besonderer Kost, Zeit für Gebete, Freistellung an den zu berücksichtigenden Feiertagen) eingehen kann, werden Sie als Strenggläubiger speziell einberufen.
Die strenggläubige Zugehörigkeit zur Islamischen Glaubensgemeinschaft ist möglichst bereits im Zuge des Stellungsverfahrens bzw. vor einer Einberufung zum Grundwehrdienst durch Vorlage einer Bestätigung des "Obersten Rates der islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich" (Bernardgasse 5, 1070 Wien) nachzuweisen.

Ich bin strenggläubiger Angehöriger der "Israelitischen Kultusgemeinde"

Damit das Bundesheer auf Ihre besonderen religiösen Bedürfnisse (Versorgung mit besonderer Kost, Zeit für Gebete, Freistellung an den zu berücksichtigenden Feiertagen) eingehen kann, werden Sie als Strenggläubiger speziell einberufen.
Die strenggläubige Zugehörigkeit zur Mosaischen Glaubensgemeinschaft ist möglichst bereits im Zuge des Stellungsverfahrens bzw. vor einer Einberufung zum Grundwehrdienst durch Vorlage einer Bestätigung der Israelitischen Kultusgemeinde (Seitenstättengasse 4, 1010 Wien) nachzuweisen.

Wer es ganz genau wissen will: Formen der Stellung

  • Vollstellung:
    Dazu werden Wehrpflichtige in dem Kalenderjahr, in dem sie das 18. Lebensjahr vollenden (d.h. den 18. Geburtstag haben), oder Wehrpflichtige, bei denen der Zeitraum zwischen letzter Stellungsuntersuchung und geplanter Einberufung länger als fünf Jahre ist, herangezogen.
  • Vorzeitige Stellung:
    Wehrpflichtige, die das 17. Lebensjahr vollendet haben, können sich bei der Ergänzungsabteilung ihres Bundeslandes freiwillig zur vorzeitigen Stellung melden. Die Zulassung erteilt das zuständige Militärkommando.
  • Neuerliche Stellung:
    Für Wehrpflichtige, die anlässlich ihrer Vorstellung für die Eignung zum Grundwehrdienst bereits bewertet worden sind und bei denen eine Änderung Ihrer Eignung zum Wehrdienst vorliegt. Die neuerliche Stellung kann entweder auf begründeten Antrag des Wehrpflichtigen oder von Amts wegen verfügt werden.
  • Nachstellung:
    Wehrpflichtige, die ihrer Stellungspflicht trotz Aufforderung nicht nachkommen, sind einer Nachstellung zu unterziehen.
  • Kurzstellung:
    Anlässlich einer neuerlichen Stellung kann sich die Stellung auf das Absolvieren von Teilbereichen der Diagnosestraße und auf die Einzeluntersuchung beschränken.